Themen und stile

Viele Tonlagen

Meine Gedichte bewegen sich zwischen dem ganz Persönlichen und dem, was ich in der Welt um mich herum beobachte. Entsprechend wechseln Ton und Form: Manches ist knapp und verdichtet, anderes nimmt sich mehr Zeit; manches spielt mit der Sprache, anderes bleibt ernst und leise.

WORTRäUme

Eine Auswahl -

zum Betreten und Verweilen


Zwischendurchsicht



Das Leben glätten / Ein wenig wenigstens / All die Jahre haben ihre treuen, tastbaren Spuren hinterlassen / Da sitze ich, draussen kreist ein Milan, wartet geduldig auf einen Fehler / Seltsam, die Zeit wechselt mit der Zeit ihren Geschmack // Vor mir ein Glas roter Trost, trinkbares Gestern / Ich blicke meinen Erinnerungen hinterher, sein kann auch anders //Mein Bleiben sucht noch keinen Ausgang / Das Gras singt im Wind, erzählt Geschichten / Meine auch? 




© Ingo A. Büschel 2026



Kreisbahnhof



ich kreise bin

weg wieder da

fühle vor denke

zurück gehe hin

renne weg lache

aus schreite ein

gebe mich hin

fahre fort komme

an führe aus

lade ein schalte

an fahre ab.



© Ingo A. Büschel 2026



steinzeit


die steingreise

schlafen,                      träumen

das ehedem zurück.

alte gebete                           verlieren 

sich zu 

einem windwispern.


die götter

sind weitergezogen,

ihre häuser zerstaubt

die zeit.


und du?

der himmel

lächelt 




© Ingo A. Büschel 2026



nebelle


symphonie der matten 

farben / graue schleier 

verbergen 

mit leisen schritten

diese wirklichkeit // 

eine wand entsteht,

gebaut aus trübem trost / 

lächelt meine blicke 

an und aus /

meine sorgen 

finden kein gegenüber 

mehr, werden 

endlich müde.


der stille 

warteraum 

will wieder

wollen. 




© Ingo A. Büschel 2025



Wortskenntnisse


wie viele 

wörter habe ich 

in erdgrünen momenten

geschürft, geschmiedet, geschärft / 

sie blühen stillvergessen, 

wissen alles, preisen

nichts / mein wollen

belächeln sie nur / 

letztlich verletzlich 

webe ich weiter 

wortwelten / 

letzter schuss / 

schluss




© Ingo A. Büschel 2026



Dichtersatz


schreiben/ einfach wortzüge

erzeugen / bezeugen was 

waristseinwird / entzeugen der

vers(e)uchten worthülsen / 


ver-dichten 


bis zum morgengrauen //

da, eine müde metapher wird 

umgelegt / sinnsucht richtet 

streng / die zeile atmet

nochmals ein / geburt von … 



© Ingo A Büschel 2026



Bildräume

wo gedicht und fotografie sich begegnen

Werkstatt

woher meine gedichte kommen und wie sie entstehen

Meine Gedichte entstehen aus dem, was mich berührt, beschäftigt oder nicht loslässt – Begegnungen, Beobachtungen, Gedanken, die sich nicht sofort fassen lassen. Oft beginnt ein Gedicht mit Musik: nicht als Thema, sondern als Zustand, in dem sich Bilder und Wörter einstellen. Was so entsteht, überarbeite ich lange, verdichte und streiche, bis nur bleibt, was trägt.



Mich interessiert, wie viel ein einzelnes Wort aufnehmen kann, was zwischen Wörtern entsteht und wo Widersprüche nebeneinander bestehen dürfen.



Ein Gedicht muss nicht alles erklären – aber jedes Wort muss seinen Platz verdienen.

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Gedichte leben vom Gespräch. Wenn Sie mir schreiben möchten, sei es zu einem Text, mit einer Frage oder wegen einer Lesung, freue ich mich über Ihre Nachricht.

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